Die Wanderung im Überblick
 

Wir treffen uns ab 12:00 Uhr an der Bushaltestelle „Landschaftsfriedhof Gatow“ (Potsdamer Chaussee / Ecke Maximilian-Kolbe-Straße). Dort halten die Buslinien 135 und 638. Beide Buslinien kommen vom U- und S-Bahnhof Rathaus Spandau:

  • Bus 638 Rathaus Spandau ab 11:37, Landschaftsfriedhof Gatow an 11:53
  • Bus 135 Rathaus Spandau ab 11:51, Landschaftsfriedhof Gatow an 12:06

Nahe der Haltestelle gibt es Parkplätze für Autos.

Wir starten pünktlich um 12:15 Uhr. Die Wanderroute orientiert sich an dieser bei Komoot beschriebenen Wanderung:

Allerdings folgen wir nicht genau der Komoot-Route. Angela hat Abkürzungen erkundet, damit die Wanderung für niemanden zu anstrengend wird. Wenn ihr wollt, könnt ihr die Wanderung abkürzen und von einer Bushaltestelle unterwegs zum Rathaus Spandau zurückfahren (Bus 134 an der Gatower Straße).
 

Wer möchte, kann die Wanderung in einem netten Lokal ausklingen lassen.

Sehenswürdigkeiten

Rieselfelder (hier, hier, hier), Gatower Bockwindmühle (hier, hier, hier), Dorfkirche Gatow (hier), Villa Lemm (hier, hier)
 

Friedenstüchtig: Wie wir aufhören können, unsere Feinde selbst zu schaffen

Seit Jahren bewegt sich die westliche Welt in Richtung eines permanenten Ausnahmezustands. Auf jede neue Krise, auf jeden Konflikt reagiert die Politik mit drakonischen Maßnahmen und zunehmender Militarisierung. Dieser Weg führt in eine Spirale von ökonomischem Niedergang, politischem Chaos und Krieg. Grundlegende demokratische und soziale Errungenschaften werden einer militärischen Logik geopfert. Der Wohlfahrtsstaat mutiert zum Kriegsstaat.

Der Ausnahmezustand ist ein Versuch, die sich zuspitzenden globalen Krisen autoritär zu beherrschen. Die Feinde, die bekämpft werden sollen, werden oft durch die Politik selbst geschaffen. 

Doch die selbstzerstörerische Kriegslogik ist keineswegs alternativlos. Westliche Gesellschaften müssen lernen, sich von ihrer jahrhundertelangen Politik der Dominanz zu verabschieden, um eine Kultur der Kooperation zu entwickeln.

 

Fabian Scheidler

Fabian Scheidler arbeitet als freischaffender Autor für zahlreiche Printmedien, außerdem für Radio, Fernsehen und Theater. Auf den NachDenkSeiten wird immer wieder auf seine Beiträge hingewiesen. Über sein wegweisendes Buch "Das Ende der Megamaschine" (NDS-Interview dazu) diskutierten die Berliner NDS-Gesprächskreise ausführlich. 2018 war Fabian zu Gast beim NDS-Gesprächskreis in Charlottenburg. Auch seine Bücher "Chaos. Das neue Zeitalter der Revolutionen" und "Der Stoff, aus dem wir sind" waren Thema an Gesprächsabenden.


Infos zum Thema

Irenes Bericht über den Themenabend "Friedenstüchtig" in der Zunftwirtschaft

NDS-Gesprächsabend mit Fabian Scheidler - ein Bericht
Fabian Scheidler, Autor der "Megamaschine" und des im vergangenen Herbst erschienenen Buches "Friedenstüchtig: Wie wir aufhören können, unsere Feinde selbst zu schaffen" war am Dienstagabend zu Gast beim Berliner Nachdenkseiten-Gesprächskreis in der Moabiter "Zunftwirtschaft“.
Ein beeindruckender, mutmachender Vortrag wider den Zeitgeist war an diesem Abend zu hören, dessen Tenor war folgender: 
Gemeinsam mit dem Globalen Süden, allen voran China, gelte es seitens unserer Bürger eine friedensertüchtigende Sicherheitspolitik auf der Basis der UN-Charta von unseren Politikern zu fordern, die weg führt von Konfrontation und Aufrüstungsspiralen.

 

Der aktuelle Zustand der deutsch-russischen Beziehungen
 

Nach dem Ende des Kalten Kriegs entwickelten sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland sehr erfreulich. Russland zog alle Soldaten aus Deutschland ab. Auf allen Ebenen gab es Begegnungen, Zusammenarbeit und gemeinsame Projekte, in Politik, Kultur und Wissenschaft und natürlich in der Wirtschaft. Russische Energielieferungen trugen bei zur Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie, deutsche Firmen investierten viele Milliarden Dollar in Russland.


Seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine wurden die deutsch-russischen Beziehungen fast vollständig zerstört. Die deutsche Regierung stellte Dialog und Zusammenarbeit ein und erklärte, Russland müsse militärisch besiegt und seine Wirtschaft ruiniert werden. Es wurden Sanktionen gegen Russland erlassen und Konsulate geschlossen.


Diese Politik widerspricht diametral den Interessen der deutschen Bevölkerung. Treibende Kraft hinter der russlandfeindlichen Politik in Deutschland und der EU sind die strategischen Interessen der USA. Sie will Russland und die EU spalten, die Souveränität der europäischen Staaten schwächen und so die globale Dominanz der USA sichern.

 
Deutschland und Russland werden aber Nachbarn bleiben. Es gibt keine Alternative zu friedlicher Koexistenz und fairer Zusammenarbeit. Russland möchte eine Politik der guten Nachbarschaft mit allen europäischen Staaten. Auf dieser Grundlage können alle Staaten ihre Souveränität und Interessen wahren und einen Platz finden in der multipolaren Weltordnung.


Russland hat keinerlei Absichten, andere Staaten militärisch zu bedrohen. Es wurde aber in der Vergangenheit mehrmals überfallen, zuletzt durch das nationalsozialistische Deutschland in einem Vernichtungskrieg, dem 27 Millionen Sowjetbürger zum Opfer fielen. Wie andere Staaten auch hat Russland Sicherheitsinteressen und möchte, dass diese respektiert werden. Eine europäische Sicherheitsordnung muss auf dem Konzept der gemeinsamen Sicherheit beruhen, wie es 1990 in der Charta von Paris formuliert wurde.

 

Alexander Milyutin

Botschaftsrat an der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin


Infos zum Thema

Zitate

  • „Wenn Russland und Deutschland Freunde sind, geht es Europa gut.“ 
    Otto von Bismarck 
  • „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein und werden im Inneren und nach außen.“
    Willy Brandt - dazu dieses Buch

Grußbotschaft

Michaels Grußbotschaft aus Wolgograd
Viele Jahre lang war Michael bei den NachDenkSeiten-Gesprächsabenden in Berlin dabei. Dann verliebte er sich in eine Frau aus Russland, und seit einigen Jahren lebt er in Wolgograd. Zum Themenabend mit Herrn Milyutin schickte er uns diese Grußbotschaft.


Irenes Bericht über den deutsch-russischen Abend im Sprechsaal

NDS-Gesprächsabend mit Alexander Milyutin - ein Bericht
"Zum Stand der deutsch-russischen Beziehungen" hatten die Berliner NachDenkSeiten-Gesprächskreise in der Karwoche einen Vertreter der russischen Botschaft eingeladen. Der junge, sympathische russische Diplomat Alexander Milyutin sprach mit uns in leicht dahin fließendem, perfekten Deutsch. Aktuell haben die deutsch-russischen Beziehungen einen Tiefpunkt erreicht. An gutnachbarschaftlichen Beziehungen führt dennoch am Ende kein Weg vorbei.


Felicitas Rabes Artikel über den deutsch-russischen Abend im Sprechsaal

Alexander Milyutin über die Entwicklung der deutsch-russischen Beziehungen
 

Sprechsaal
Der Sprechsaal ist ein wichtiger Raum für Veranstaltungen mit humanistischer Orientierung. Er wird von vielen Gruppen genutzt, die sich einsetzen für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Demokratie.

 

Zwei-plus-Vier-Vertrag und drum herum
Der 2+4-Vertrag ist die Rechtsgrundlage für die Wiedervereinigung Deutschlands. Er legt fest, dass ausländische Streitkräfte und Atomwaffen oder deren Träger in Ostdeutschland „weder stationiert noch dorthin verlegt“ werden dürfen. Dies und das Versprechen, dass es keine NATO-Osterweiterung geben würde, waren die Voraussetzungen für die Zustimmung der Sowjetunion zur Wiedervereinigung.
 

Seither wurde die NATO um viele osteuropäische Staaten erweitert, Russlands Sicherheitsinteressen wurden völlig ignoriert. Deutschland verstößt gegen die völkerrechtlichen Verpflichtungen aus dem 2-4-Vertrag. Der Versuch der USA, die Ukraine in die NATO zu integrieren, provozierte einen Krieg in der Ukraine, in dem die Ukraine als Stellvertreter der NATO fungiert. Es droht die Eskalation zu einem direkten  Krieg zwischen der NATO und Russland in Mitteleuropa.
 

Freundschaftliche Beziehungen zu allen Nachbarstaaten, auch zu Russland, liegen im Interesse der deutschen Bevölkerung. Der Wunsch nach guten Beziehungen zu Russland ist bei den Menschen in Ostdeutschland viel stärker ausgeprägt als in Westdeutschland. Der 2+4-Vertrag eröffnet der Bevölkerung in Ostdeutschland und den ostdeutschen Landesregierungen Chancen, in Deutschland eine an Frieden, Entspannung und Kooperation orientierte Außenpolitik auf den Weg zu bringen.
 

Joachim Wernicke

Joachim Wernicke, Jahrgang 1940, aufgewachsen in West-Berlin, ist Professor (i.R.), zuletzt an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Er studierte Experimentalphysik an der Technischen Universität (TU) Berlin, wo er 1969 im Bereich Luft- und Raumfahrt promovierte und 1971 habilitierte. Nach einer Tätigkeit in einem informationstechnischen Forschungsinstitut bei Bonn und freiberuflichen elektronischen Entwicklungsarbeiten war er 42 Jahre als Entwickler bei einer süddeutschen mittelständischen Industriefirma tätig, die Produkte für die Bundeswehr entwickelte und fertigte, zuletzt leichte Aufklärungsdrohnen. In den 1980er Jahren wirkte er in der Friedensbewegung mit, im Widerstand gegen die Stationierung atomarer Pershing-II-Raketen der USA in der BRD. 1983/84 war er für die damals neu in den Bundestag eingezogene Partei Die Grünen Mitverfasser einer Reihe parlamentarischer Anfragen zur Sicherheitspolitik. Seit der Zuspitzung der Entwicklung um die NATO-Osterweiterung der USA ab 2000 ist er erneut in der Friedensbewegung tätig, mit dem Schwerpunkt der Art und Weise der deutschen Vereinigung und ihrer Folgen. 

Infos zum Thema

 

Buchvorstellung mit Eugen Zentner:
"Kunst und Kultur gegen den Strom"
Das Buch „Kunst und Kultur gegen den Strom“ zeigt entlang der Bereiche Kabarett, Musik, Kunst und Literatur mit teilweise prägnanten Werkanalysen, welche Themen mutige Künstler von heute beschäftigen, welche Ausdrucksformen sie wählen und was sie antreibt. Es ist eine erbauliche Bestandsaufnahme, eine Einführung in einen Bereich der außerparlamentarischen Opposition, in dem die Akteure Gegenöffentlichkeit mit den Mitteln der Kunst betreiben.

In Krisenzeiten sollte die Kunst- und Kulturbranche eigentlich auf Missstände hinweisen. Doch darauf hofften während der Corona-Krise viele Menschen lange vergebens. Statt ihre Stimme zu erheben, blieben die meisten Künstler still. Statt die Regierung dafür zu kritisieren, dass die Grundrechte außer Kraft gesetzt worden waren, redeten sie ihr nach dem Mund.


Inzwischen wurde die Corona-Krise von weiteren Krisen abgelöst, aber gewisse Muster sind geblieben. Wer bei Themen wie Klima, Gender-Politik oder Ukrainekrieg vom Mainstream abweicht, bekommt Gegenwind. Andersdenkende werden aus dem Debattenraum verbannt, sie werden beschimpft und bei fortdauernder Renitenz existentiell vernichtet.
Zum Glück wächst aber recht schnell eine alternative Kulturszene. Infolge der sozialen Verwerfungen der Krisenzeit haben sich in der Kulturbranche parallele Strukturen herausgebildet. Künstler erheben ihre Stimme und scheuen sich nicht, unangenehme Themen anzusprechen, ob in der Musik, im Kabarett, in der Literatur oder in der bildenden Kunst. Gattungs- und genreübergreifend sind in den letzten Jahren Werke entstanden, die sich kritisch mit dem Zeitgeschehen auseinandersetzen und die offiziellen Narrative gegen den Strich bürsten. Von ihnen erzählt dieses Buch.
Kunst ist nicht nur Unterhaltung. Sie hat auch die Gabe, Kraft zu verleihen und Trost zu spenden, gerade in so schweren Zeiten wie diesen. Die hier vorgestellten Künstler und Institutionen tun das auf ihre je eigentümliche Weise – so unermüdlich wie beherzt.
 

Eugen Zentner

Website von Eugen Zentner
NachDenkSeiten - Kontrafunk - Manova - Transition News - Youtube - Apolut (dort bitte selbst suchen)
Eugen Zentner, Jahrgang 1979, studierte Germanistik und Philosophie in Leipzig. 2016 promovierte er in Oldenburg in der Literaturwissenschaft zum Thema Autofiktion. Ein Jahr darauf absolvierte er in Berlin eine Ausbildung zum Drehbuchautor.
Zentner lebt in Berlin und arbeitet seit 2016 als freier Kulturjournalist. Er schrieb unter anderem für die Deutsche Presse-Agentur, den Musikexpress und den Schweizer Monat. Während der Corona-Krise wechselte er in den Bereich der alternativen Medien. Seine Beiträge erscheinen regelmäßig bei den NachDenkSeiten, apolut und Transition News.

Einige Artikel, Rezensionen und Buchvorstellungen

 

Künstliche Intelligenz:
Technik und Materie, Arbeit und Macht
Die sogenannte "Künstliche Intelligenz" hat Hoffnungen und Ängste geweckt und eine ungeheure Gier entfesselt. 
Aktuell befinden sich die USA, und nicht nur sie, in einem KI-Rausch. Einflussreiche, mächtige und kapitalstarke Akteure dort, doch auch in anderen Ländern, gehen gigantische Wetten auf den Erfolg der KI ein.
Vieles spricht dafür, dass diese Hoffnungen und Ängste sich als trügerisch erweisen. Seit Jahrzehnten schon schürt die KI immer wieder illusionäre Erwartungen. Diese erzeugen Blasen, die irgendwann platzen, "KI-Winter" folgen auf KI-Hypes.

Auch diesmal wird das wahrscheinlich nicht anders sein. Es gibt nach wie vor keine universelle künstliche Intelligenz. Künstliche Intelligenz funktioniert nur in Teilbereichen, die leicht formalisierbar sind.

Die durch "Künstliche Intelligenz" ausgelösten Ängste sind oft irrational. Die Gefahr liegt nicht darin, dass KI uns einmal beherrschen würde. Sondern in Projektionen, die ihr Leistungen zutrauen, die sie nicht zu erbringen vermag.

 

Risiken der Künstlichen Intelligenz

  • Verstärkung von Asymmetrien der Macht
    mehr epistemische Macht für Eliten (Kontrolle von Begriffen und Narrativen)
    mehr Ausbeutung, mehr Kontrolle, mehr Zensur, mehr Ungleichheit
  • Degeneration kognitiver Fähigkeiten, Kompetenzverlust und Abhängigkeit
  • Entmenschlichung und Verschlechterung von Diensten
  • Diffusion von Verantwortung, Tendenz zu unethischem Verhalten
  • Verschärfung von Ressourcen- und Umweltproblemen

Rainer Fischbach

Website von Rainer Fischbach
NachDenkSeiten - Makroskop - Manova - Freitag - Globalbridge - Blätter
Rainer Fischbach, geboren 1950 in Reutlingen, studierte Philosophie, Informatik, Politik- und Planungswissenschaften. Jahrzehntelang entwickelte er industrielle Softwaresysteme und bildete Technische Informatiker aus. Er forschte zu Planungstheorie, allgemeiner Technologie und Technikfolgenabschätzung. Er veröffentlichte vier Monographien und hunderte von Artikeln. Seit Jahren profitieren die Berliner NDS-Gesprächskreise von seinen sachkundigen und differenzierten Diskussionsbeiträgen!

Beiträge von Rainer Fischbach zum Thema "Künstliche Intelligenz"

Weitere Beiträge zum Thema "Künstliche Intelligenz"

 

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