Archiv 2026 der Veranstaltungen der NDS-Gesprächskreise in Berlin


Von der Kernspaltung zur Kernfusion - Warum wir Energie im Überfluss brauchen
 

Lange galt die Kernfusion als Energiequelle, die erst in ferner Zukunft eine Rolle spielen könnte. Doch seit einigen Jahren, angetrieben durch wissenschaftliche und technologische Durchbrüche, erlebt sie einen Boom. Die grundlegende Physik der Kernfusion funktioniert, weltweit wird mit Hochdruck an der wirtschaftlichen und industriellen Umsetzung geforscht.


In den USA investieren KI-Unternehmen und Tech-Milliardäre viel Geld in Kernfusions-Startups. In China treiben Staat und Staatsunternehmen die Entwicklung der Kernfusion massiv voran. Deutschland und die EU, wissenschaftlich lange führend, hinken hektisch hinterher.


Fusionskraftwerke könnten Energieknappheit, Klimadruck und geopolitische Abhängigkeiten beenden. Sie könnten die Grundlage sein für eine völlig neue Wirtschaftsordnung, in der Energie preiswert und im Überfluss verfügbar ist.


Doch der eigentliche Grund, warum wir die Kernfusion brauchen, liegt noch tiefer und betrifft die Rolle der Energie in der Menschheitsgeschichte überhaupt. Seit Prometheus der Sage nach den Menschen beibrachte, das Feuer zu zähmen, haben wir gelernt, Energie immer effektiver einzusetzen, um nicht nur das Leben angenehmer zu machen, sondern auch eine Wirtschaft aufzubauen, mit der die potentielle relative Bevölkerungsdichte immer weiter anstieg. Die Entwicklung ging über das Verbrennen von Holz und Holzkohle zu Kohle und Öl, und dann zur Kernenergie und jetzt bald zur Kernfusion. Man sieht, dass dabei die Energieflussdichte immer größer wurde, d.h. mit immer geringerem Rohstoffaufwand erhöhte sich die Energieausbeute.


Gegen diese Gesetzmäßigkeit darf der Mensch nicht ungestraft verstoßen. Anders gesagt: Mit dem Ausstieg aus der Kernenergie und der Nutzung von Sonnen- und Windkraft mit ihrer extrem niedrigen Energieflussdichte gehen wir unserem wirtschaftlichen Niedergang entgegen.


Wolfgang Lillge

Dr. Wolfgang Lillge, Jahrgang 1950, ist ein Berliner Arzt und Wissenschaftsjournalist. Er ist Vorsitzender des Berliner Landesverbands der Partei Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo) und Chefredakteur des Wissenschafts- und Technologiemagazins FUSION.

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Terzo Mondo
Gegründet 1972 durch den griechischen Architekten, Schauspieler und politischen Aktivisten Kostas Papanastasiou, entwickelte sich das Terzo Mondo rasch zu einem Treffpunkt der linken Szene in West-Berlin. Bis heute ist es ein offenes Kommunikationszentrum, in dem Politik, Kunst, Musik und gesellschaftliches Engagement zusammenkommen.
Seit vielen Jahren trifft sich im Terzo Mondo am ersten Dienstag im Monat ein NDS-Gesprächskreis.

Robert und Guido aus dem Sprechsaal
reden und musizieren im Sprechsaal über den Sprechsaal: Geschichte und Gegenwart im Inneren und Äußersten
 

Der Sprechsaal ist ein Raum für humanistische Diskurse: Hier geht es um Frieden, soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Freiheit. Jedoch: Wir leben in Krisenzeiten: "Die alte Welt liegt im Sterben, die neue ist noch nicht geboren. Es ist die Zeit der Monster." Monster wie Cancel Culture, Demokratieabbau und autoritäre Verengung des Meinungskorridors machen Orte wie den Sprechsaal unverzichtbar für die Verteidigung demokratischer Spielräume!
 

Der Sprechsaal ist ein Stachel im Fleisch von herrschenden Interessen. Hier werden Debatten geführt im Geist der Aufklärung und auf der Grundlage eines universellen Humanismus. Hier wird der zwanglose Zwang des besseren Arguments nicht durch mächtige Interessen korrumpiert. Hier kommen Stimmen zu Wort, die die Machteliten zum Schweigen bringen möchten.

 

Der Kulturkreis Pankow, die Eurasien Gesellschaft, die NachDenkSeiten-Gesprächskreise und viele andere kritische Initiativen und Gruppen organisieren im Sprechsaal Veranstaltungen, für die Räume sonst nur schwer zu finden sind. Die autoritäre und vernunftwidrige Coronapolitik wurde hier kritisiert, ebenso wie der grassierende Russlandhass und die aktuelle Militarisierung und Kriegstreiberei. Der Völkermord in Gaza wird im Sprechsaal durch eine Ausstellung sichtbar gemacht, es wird zur Solidarität mit Kuba aufgerufen. Werner Rügemer, Wolfgang Bittner, Sevim Dagdelen, Ulrike Guerot, Harald Kujat, Raymond Unger, Alexander Neu, Bastian Barucker und Gabriele Gysi waren zu Gast im Sprechsaal. Es gibt Filmabende, Podiumsdiskussionen, Konzerte, Gesprächsabende und Ausstellungen.

 

Aber der Sprechsaal ist gefährdet, Miete und Unterhalt kosten viel Geld und Arbeit. Bisher hat der Hintergrund Verlag den Sprechsaal getragen. Weil das immer schwieriger wird, ist der Sprechsaal in Zukunft auf die Solidarität und Unterstützung engagierter Menschen angewiesen.
 

Robert, Guido und das Sprechsaal-Team

Einige fleißige Menschen setzen sich seit vielen Jahren für den Sprechsaal ein und machen die Durchführung von Veranstaltungen möglich. Zu ihnen gehören Robert und Guido.

Guido de Gyrich - einzig, aber nicht artig - ist Musiker, Musikproduzent, Friedensaktivist, Weltenbummler, kritischer Geist und Komponist der  Hymne „Stell Dir vor es ist Frieden". Er ist Mitglied von THE KANT, der Berliner Rockband für Frieden und Zusammenhalt. 
THE KANT, das sind vier Berliner Musiker mit jahrelanger Bühnen- und Studioerfahrung, die eine kraftvolle Mischung aus Information, Entertainment und Leidenschaft auf die Bühne bringen. Sie setzen sich ein für eine wichtige Sache: den Frieden. Bei Kundgebungen, nach vielen Redebeiträgen und Diskussionen, bieten ihre Auftritte eine willkommene Pause, um sich zu entspannen, zu tanzen und mitzusingen. Ihre Songs sind mehr als nur Musik – sie sind ein Aufruf, gemeinsam für eine bessere Welt einzustehen. THE KANT waren bei vielen Friedensfestivals dabei, z.B. in München, Kassel, Dresden und Berlin.
Ihre nächsten Auftritte:
Donnerstag, 25. Juni 2026, ab 14:00 Uhr: Abschlusskundgebung des Freiheitslaufs
Samstag, 1. August 2026, ab 13:00 Uhr: "Aufruf zum Frieden" - Friedensfestival am Brandenburger Tor 
 

Robert besichtigte am 26. November 2022, Samstagabend zu dunkler Stunde, erstmalig den Sprechsaal. Einen Galerie- und Veranstaltungsraum in Berlin-Mitte, der zu dieser Zeit dahinsiechte - verwaist, verstaubt, dem Tode durch Corona-Politik geweiht ... doch seine Begeisterung für diesen Ort und etliche - je nach Betrachtungsweise - Zufälle, Fügungen oder Schicksalsmomente haben, verbunden mit sehr viel ehrenamtlichem Engagement, den Sprechsaal zu dem gemacht, was er heute ist. Und vielleicht können diese Geschichten Begeisterung wecken, auf dass für den Sprechsaal neue Menschen, Ideen und Mittel gewonnen werden können.
 

Wie kann man den Sprechsaal unterstützen?
Um diese Frage geht es an diesem Abend. 
Der Sprechsaal ist auf die Solidarität und Unterstützung engagierter Menschen angewiesen. 
Es gibt einen Verein "Freundeskreis des Sprechsaals", den man als Mitglied oder Förderer unterstützen kann:
Freundeskreis des Sprechsaals

Weitere Infos zum Sprechsaal
Der Sprechsaal im Internet

Bisherige Sprechsaal-Veranstaltungen (Archiv)


Sprechsaal-Veranstaltungen - Videos

Eine Reise nach Moskau für den Frieden und gegen den Hass
 

Der "Petersburger Dialog", von Gerhard Schröder und Wladimir Putin im Jahre 2001 ins Leben gerufen, wurde von deutscher Seite im April 2023 aufgekündigt, aber die russische Seite führt den Dialog fort. Im April war Reiner Braun in Moskau. Er nahm teil am Petersburger Dialog und an einem „Runden Tisch“ beim Europainstitut der Akademie der Wissenschaften.


Die in Deutschland grassierende Russophobie und Kriegsvorbereitung wird in Russland von den außen- und sicherheitspolitischen Eliten aufmerksam beobachtet. Russland hat gute Beziehungen zu den BRICS-Ländern entwickelt, vor allem mit China, Indien und dem Iran ist es eng verbunden. Trotzdem bleibt der Wunsch nach Entspannung und Kooperation auch mit Deutschland und der EU in Russland lebendig. Russland möchte den Ukrainekrieg beenden, um sich auf wirtschaftliche Entwicklung und die Verbesserung der Lebensverhältnisse seiner Bevölkerung konzentrieren zu können. Es verlangt aber die Berücksichtigung seiner Sicherheitsinteressen.


Die Friedensbewegung in Deutschland ist derzeit schwach, aber die weltpolitischen Entwicklungen kommen ihr entgegen. Die Entstehung einer multipolaren Weltordnung ist nicht umkehrbar. In der UNO ist der Westen isoliert, die Welt treibt zu Dialog und Kooperation. Die Veränderung der globalen Kräfteverhältnisse wird sich auch in den Ländern des Westens auswirken.


Die deutsche Regierung verweigert den Dialog mit Russland, wir aber können „Diplomatie von unten“ betreiben. Russland ist ein schönes und gastfreundliches Land, und es ist an Dialog und Austausch interessiert. Wir können nach Russland reisen und Gäste aus Russland zu uns einladen.


Vor allem sollten wir uns bemühen, das Feindbild Russland zu überwinden: 

„Das Feindbild Russland heißt Krieg in Europa, Freundschaft mit Russland heißt Frieden.“

 

Reiner Braun

Reiner Braun, Jahrgang 1952, studierte Literatur, Geschichte und Journalismus. Er ist einer der erfahrensten deutschen Friedensaktivisten und war schon in den 1980er-Jahren am „Krefelder Appell“ beteiligt. Er war Geschäftsführer des VDW, von NatWiss und IALANA und Co-Präsident des IPB. Der Friedenswinter und die Kampagnen „Stopp Airbase Ramstein“ und „Abrüsten statt aufrüsten“ wurden maßgeblich durch ihn initiiert. Er kennt Russland gut und hat seit vielen Jahren Kontakte zu russischen Friedensaktiven. Mit den NachDenkSeiten-Gesprächskreisen in Berlin ist er freundschaftlich verbunden.


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Der missbrauchte Rechtsstaat: Wie die Politik regierungskritische Bürger vor Gericht zerrt
 

Thomas Moser verfolgte akribisch den Prozess gegen den Querdenken-Gründer Michael Ballweg und berichtet darüber in seinem neuen Buch.


In der Coronazeit wurden Grundrechte und demokratische Spielregeln in Deutschland massiv außer Kraft gesetzt. Zum Gesicht der Protestbewegung gegen das Coronaregime wurde der Stuttgarter Unternehmer Michael Ballweg. Der Prozess gegen ihn, betrieben durch die Staatsanwaltschaft Stuttgart, steht exemplarisch für eine Unzahl von Strafverfahren gegen Menschen, die in der Coronazeit auf den Straßen waren, die der Coronapolitik öffentlich widersprachen, keine Maske trugen oder sich nicht impfen ließen.


Das Buch beschreibt die Tricks der Anklage im Prozess gegen Michael Ballweg. Weil Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit und die Meinungsfreiheit durchs Grundgesetz geschützt sind, suchte die Staatsanwaltschaft nach anderen Wegen, ihn zu bestrafen und öffentlich an den Pranger zu stellen. Dieser Prozess ist beispielhaft für Versuche, rechtsstaatliche Grundsätze für die Durchsetzung herrschender Interessen zu umgehen. Er stellt daher ein Stück Zeitgeschichte dar.

 

Thomas Moser

ist Politologe, Buchautor und Journalist. Er schreibt meist für unabhängige Medien wie Overton und Manova und veröffentlichte Bücher über den NSU-Skandal und über den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz. Als langjähriger ARD-Mitarbeiter tritt er für die Erneuerung und Demokratisierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ein. Mutmaßlich wegen seiner kritischen Haltung zur Berichterstattung während der Coronazeit kündigte ihm der SWR.

 

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Die Wanderung im Überblick
 

Wir treffen uns ab 12:00 Uhr an der Bushaltestelle „Landschaftsfriedhof Gatow“ (Potsdamer Chaussee / Ecke Maximilian-Kolbe-Straße). Dort halten die Buslinien 135 und 638. Beide Buslinien kommen vom U- und S-Bahnhof Rathaus Spandau:

  • Bus 638 Rathaus Spandau ab 11:37, Landschaftsfriedhof Gatow an 11:53
  • Bus 135 Rathaus Spandau ab 11:51, Landschaftsfriedhof Gatow an 12:06

Nahe der Haltestelle gibt es Parkplätze für Autos.

Wir starten pünktlich um 12:15 Uhr. Die Wanderroute orientiert sich an dieser bei Komoot beschriebenen Wanderung:

Allerdings folgen wir nicht genau der Komoot-Route. Angela hat Abkürzungen erkundet, damit die Wanderung für niemanden zu anstrengend wird. Wenn ihr wollt, könnt ihr die Wanderung abkürzen und von einer Bushaltestelle unterwegs zum Rathaus Spandau zurückfahren (Bus 134 an der Gatower Straße).
 

Wer möchte, kann die Wanderung in einem netten Lokal ausklingen lassen.

Sehenswürdigkeiten

Rieselfelder (hier, hier, hier), Gatower Bockwindmühle (hier, hier, hier), Dorfkirche Gatow (hier), Villa Lemm (hier, hier)
 

Friedenstüchtig: Wie wir aufhören können, unsere Feinde selbst zu schaffen

Seit Jahren bewegt sich die westliche Welt in Richtung eines permanenten Ausnahmezustands. Auf jede neue Krise, auf jeden Konflikt reagiert die Politik mit drakonischen Maßnahmen und zunehmender Militarisierung. Dieser Weg führt in eine Spirale von ökonomischem Niedergang, politischem Chaos und Krieg. Grundlegende demokratische und soziale Errungenschaften werden einer militärischen Logik geopfert. Der Wohlfahrtsstaat mutiert zum Kriegsstaat.

Der Ausnahmezustand ist ein Versuch, die sich zuspitzenden globalen Krisen autoritär zu beherrschen. Die Feinde, die bekämpft werden sollen, werden oft durch die Politik selbst geschaffen. 

Doch die selbstzerstörerische Kriegslogik ist keineswegs alternativlos. Westliche Gesellschaften müssen lernen, sich von ihrer jahrhundertelangen Politik der Dominanz zu verabschieden, um eine Kultur der Kooperation zu entwickeln.

 

Fabian Scheidler

Fabian Scheidler arbeitet als freischaffender Autor für zahlreiche Printmedien, außerdem für Radio, Fernsehen und Theater. Auf den NachDenkSeiten wird immer wieder auf seine Beiträge hingewiesen. Über sein wegweisendes Buch "Das Ende der Megamaschine" (NDS-Interview dazu) diskutierten die Berliner NDS-Gesprächskreise ausführlich. 2018 war Fabian zu Gast beim NDS-Gesprächskreis in Charlottenburg. Auch seine Bücher "Chaos. Das neue Zeitalter der Revolutionen" und "Der Stoff, aus dem wir sind" waren Thema an Gesprächsabenden.


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Irenes Bericht über den Themenabend "Friedenstüchtig" in der Zunftwirtschaft

NDS-Gesprächsabend mit Fabian Scheidler - ein Bericht
Fabian Scheidler, Autor der "Megamaschine" und des im vergangenen Herbst erschienenen Buches "Friedenstüchtig: Wie wir aufhören können, unsere Feinde selbst zu schaffen" war am Dienstagabend zu Gast beim Berliner Nachdenkseiten-Gesprächskreis in der Moabiter "Zunftwirtschaft“.
Ein beeindruckender, mutmachender Vortrag wider den Zeitgeist war an diesem Abend zu hören, dessen Tenor war folgender: 
Gemeinsam mit dem Globalen Süden, allen voran China, gelte es seitens unserer Bürger eine friedensertüchtigende Sicherheitspolitik auf der Basis der UN-Charta von unseren Politikern zu fordern, die weg führt von Konfrontation und Aufrüstungsspiralen.

 

Der aktuelle Zustand der deutsch-russischen Beziehungen
 

Nach dem Ende des Kalten Kriegs entwickelten sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland sehr erfreulich. Russland zog alle Soldaten aus Deutschland ab. Auf allen Ebenen gab es Begegnungen, Zusammenarbeit und gemeinsame Projekte, in Politik, Kultur und Wissenschaft und natürlich in der Wirtschaft. Russische Energielieferungen trugen bei zur Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie, deutsche Firmen investierten viele Milliarden Dollar in Russland.


Seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine wurden die deutsch-russischen Beziehungen fast vollständig zerstört. Die deutsche Regierung stellte Dialog und Zusammenarbeit ein und erklärte, Russland müsse militärisch besiegt und seine Wirtschaft ruiniert werden. Es wurden Sanktionen gegen Russland erlassen und Konsulate geschlossen.


Diese Politik widerspricht diametral den Interessen der deutschen Bevölkerung. Treibende Kraft hinter der russlandfeindlichen Politik in Deutschland und der EU sind die strategischen Interessen der USA. Sie will Russland und die EU spalten, die Souveränität der europäischen Staaten schwächen und so die globale Dominanz der USA sichern.

 
Deutschland und Russland werden aber Nachbarn bleiben. Es gibt keine Alternative zu friedlicher Koexistenz und fairer Zusammenarbeit. Russland möchte eine Politik der guten Nachbarschaft mit allen europäischen Staaten. Auf dieser Grundlage können alle Staaten ihre Souveränität und Interessen wahren und einen Platz finden in der multipolaren Weltordnung.


Russland hat keinerlei Absichten, andere Staaten militärisch zu bedrohen. Es wurde aber in der Vergangenheit mehrmals überfallen, zuletzt durch das nationalsozialistische Deutschland in einem Vernichtungskrieg, dem 27 Millionen Sowjetbürger zum Opfer fielen. Wie andere Staaten auch hat Russland Sicherheitsinteressen und möchte, dass diese respektiert werden. Eine europäische Sicherheitsordnung muss auf dem Konzept der gemeinsamen Sicherheit beruhen, wie es 1990 in der Charta von Paris formuliert wurde.

 

Alexander Milyutin

Botschaftsrat an der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin


Infos zum Thema

Zitate

  • „Wenn Russland und Deutschland Freunde sind, geht es Europa gut.“ 
    Otto von Bismarck 
  • „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein und werden im Inneren und nach außen.“
    Willy Brandt - dazu dieses Buch

Grußbotschaft

Michaels Grußbotschaft aus Wolgograd
Viele Jahre lang war Michael bei den NachDenkSeiten-Gesprächsabenden in Berlin dabei. Dann verliebte er sich in eine Frau aus Russland, und seit einigen Jahren lebt er in Wolgograd. Zum Themenabend mit Herrn Milyutin schickte er uns diese Grußbotschaft.


Irenes Bericht über den deutsch-russischen Abend im Sprechsaal

NDS-Gesprächsabend mit Alexander Milyutin - ein Bericht
"Zum Stand der deutsch-russischen Beziehungen" hatten die Berliner NachDenkSeiten-Gesprächskreise in der Karwoche einen Vertreter der russischen Botschaft eingeladen. Der junge, sympathische russische Diplomat Alexander Milyutin sprach mit uns in leicht dahin fließendem, perfekten Deutsch. Aktuell haben die deutsch-russischen Beziehungen einen Tiefpunkt erreicht. An gutnachbarschaftlichen Beziehungen führt dennoch am Ende kein Weg vorbei.


Felicitas Rabes Artikel über den deutsch-russischen Abend im Sprechsaal

Alexander Milyutin über die Entwicklung der deutsch-russischen Beziehungen
 

Sprechsaal
Der Sprechsaal ist ein wichtiger Raum für Veranstaltungen mit humanistischer Orientierung. Er wird von vielen Gruppen genutzt, die sich einsetzen für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Demokratie.

 

Zwei-plus-Vier-Vertrag und drum herum
Der 2+4-Vertrag ist die Rechtsgrundlage für die Wiedervereinigung Deutschlands. Er legt fest, dass ausländische Streitkräfte und Atomwaffen oder deren Träger in Ostdeutschland „weder stationiert noch dorthin verlegt“ werden dürfen. Dies und das Versprechen, dass es keine NATO-Osterweiterung geben würde, waren die Voraussetzungen für die Zustimmung der Sowjetunion zur Wiedervereinigung.
 

Seither wurde die NATO um viele osteuropäische Staaten erweitert, Russlands Sicherheitsinteressen wurden völlig ignoriert. Deutschland verstößt gegen die völkerrechtlichen Verpflichtungen aus dem 2-4-Vertrag. Der Versuch der USA, die Ukraine in die NATO zu integrieren, provozierte einen Krieg in der Ukraine, in dem die Ukraine als Stellvertreter der NATO fungiert. Es droht die Eskalation zu einem direkten  Krieg zwischen der NATO und Russland in Mitteleuropa.
 

Freundschaftliche Beziehungen zu allen Nachbarstaaten, auch zu Russland, liegen im Interesse der deutschen Bevölkerung. Der Wunsch nach guten Beziehungen zu Russland ist bei den Menschen in Ostdeutschland viel stärker ausgeprägt als in Westdeutschland. Der 2+4-Vertrag eröffnet der Bevölkerung in Ostdeutschland und den ostdeutschen Landesregierungen Chancen, in Deutschland eine an Frieden, Entspannung und Kooperation orientierte Außenpolitik auf den Weg zu bringen.
 

Joachim Wernicke

Joachim Wernicke, Jahrgang 1940, aufgewachsen in West-Berlin, ist Professor (i.R.), zuletzt an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Er studierte Experimentalphysik an der Technischen Universität (TU) Berlin, wo er 1969 im Bereich Luft- und Raumfahrt promovierte und 1971 habilitierte. Nach einer Tätigkeit in einem informationstechnischen Forschungsinstitut bei Bonn und freiberuflichen elektronischen Entwicklungsarbeiten war er 42 Jahre als Entwickler bei einer süddeutschen mittelständischen Industriefirma tätig, die Produkte für die Bundeswehr entwickelte und fertigte, zuletzt leichte Aufklärungsdrohnen. In den 1980er Jahren wirkte er in der Friedensbewegung mit, im Widerstand gegen die Stationierung atomarer Pershing-II-Raketen der USA in der BRD. 1983/84 war er für die damals neu in den Bundestag eingezogene Partei Die Grünen Mitverfasser einer Reihe parlamentarischer Anfragen zur Sicherheitspolitik. Seit der Zuspitzung der Entwicklung um die NATO-Osterweiterung der USA ab 2000 ist er erneut in der Friedensbewegung tätig, mit dem Schwerpunkt der Art und Weise der deutschen Vereinigung und ihrer Folgen. 

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Buchvorstellung mit Eugen Zentner:
"Kunst und Kultur gegen den Strom"
Das Buch „Kunst und Kultur gegen den Strom“ zeigt entlang der Bereiche Kabarett, Musik, Kunst und Literatur mit teilweise prägnanten Werkanalysen, welche Themen mutige Künstler von heute beschäftigen, welche Ausdrucksformen sie wählen und was sie antreibt. Es ist eine erbauliche Bestandsaufnahme, eine Einführung in einen Bereich der außerparlamentarischen Opposition, in dem die Akteure Gegenöffentlichkeit mit den Mitteln der Kunst betreiben.

In Krisenzeiten sollte die Kunst- und Kulturbranche eigentlich auf Missstände hinweisen. Doch darauf hofften während der Corona-Krise viele Menschen lange vergebens. Statt ihre Stimme zu erheben, blieben die meisten Künstler still. Statt die Regierung dafür zu kritisieren, dass die Grundrechte außer Kraft gesetzt worden waren, redeten sie ihr nach dem Mund.


Inzwischen wurde die Corona-Krise von weiteren Krisen abgelöst, aber gewisse Muster sind geblieben. Wer bei Themen wie Klima, Gender-Politik oder Ukrainekrieg vom Mainstream abweicht, bekommt Gegenwind. Andersdenkende werden aus dem Debattenraum verbannt, sie werden beschimpft und bei fortdauernder Renitenz existentiell vernichtet.
Zum Glück wächst aber recht schnell eine alternative Kulturszene. Infolge der sozialen Verwerfungen der Krisenzeit haben sich in der Kulturbranche parallele Strukturen herausgebildet. Künstler erheben ihre Stimme und scheuen sich nicht, unangenehme Themen anzusprechen, ob in der Musik, im Kabarett, in der Literatur oder in der bildenden Kunst. Gattungs- und genreübergreifend sind in den letzten Jahren Werke entstanden, die sich kritisch mit dem Zeitgeschehen auseinandersetzen und die offiziellen Narrative gegen den Strich bürsten. Von ihnen erzählt dieses Buch.
Kunst ist nicht nur Unterhaltung. Sie hat auch die Gabe, Kraft zu verleihen und Trost zu spenden, gerade in so schweren Zeiten wie diesen. Die hier vorgestellten Künstler und Institutionen tun das auf ihre je eigentümliche Weise – so unermüdlich wie beherzt.
 

Eugen Zentner

Website von Eugen Zentner
NachDenkSeiten - Kontrafunk - Manova - Transition News - Youtube - Apolut (dort bitte selbst suchen)
Eugen Zentner, Jahrgang 1979, studierte Germanistik und Philosophie in Leipzig. 2016 promovierte er in Oldenburg in der Literaturwissenschaft zum Thema Autofiktion. Ein Jahr darauf absolvierte er in Berlin eine Ausbildung zum Drehbuchautor.
Zentner lebt in Berlin und arbeitet seit 2016 als freier Kulturjournalist. Er schrieb unter anderem für die Deutsche Presse-Agentur, den Musikexpress und den Schweizer Monat. Während der Corona-Krise wechselte er in den Bereich der alternativen Medien. Seine Beiträge erscheinen regelmäßig bei den NachDenkSeiten, apolut und Transition News.

Einige Artikel, Rezensionen und Buchvorstellungen

 

Künstliche Intelligenz:
Technik und Materie, Arbeit und Macht
Die sogenannte "Künstliche Intelligenz" hat Hoffnungen und Ängste geweckt und eine ungeheure Gier entfesselt. 
Aktuell befinden sich die USA, und nicht nur sie, in einem KI-Rausch. Einflussreiche, mächtige und kapitalstarke Akteure dort, doch auch in anderen Ländern, gehen gigantische Wetten auf den Erfolg der KI ein.
Vieles spricht dafür, dass diese Hoffnungen und Ängste sich als trügerisch erweisen. Seit Jahrzehnten schon schürt die KI immer wieder illusionäre Erwartungen. Diese erzeugen Blasen, die irgendwann platzen, "KI-Winter" folgen auf KI-Hypes.

Auch diesmal wird das wahrscheinlich nicht anders sein. Es gibt nach wie vor keine universelle künstliche Intelligenz. Künstliche Intelligenz funktioniert nur in Teilbereichen, die leicht formalisierbar sind.

Die durch "Künstliche Intelligenz" ausgelösten Ängste sind oft irrational. Die Gefahr liegt nicht darin, dass KI uns einmal beherrschen würde. Sondern in Projektionen, die ihr Leistungen zutrauen, die sie nicht zu erbringen vermag.

 

Risiken der Künstlichen Intelligenz

  • Verstärkung von Asymmetrien der Macht
    mehr epistemische Macht für Eliten (Kontrolle von Begriffen und Narrativen)
    mehr Ausbeutung, mehr Kontrolle, mehr Zensur, mehr Ungleichheit
  • Degeneration kognitiver Fähigkeiten, Kompetenzverlust und Abhängigkeit
  • Entmenschlichung und Verschlechterung von Diensten
  • Diffusion von Verantwortung, Tendenz zu unethischem Verhalten
  • Verschärfung von Ressourcen- und Umweltproblemen

Rainer Fischbach

Website von Rainer Fischbach
NachDenkSeiten - Makroskop - Manova - Freitag - Globalbridge - Blätter
Rainer Fischbach, geboren 1950 in Reutlingen, studierte Philosophie, Informatik, Politik- und Planungswissenschaften. Jahrzehntelang entwickelte er industrielle Softwaresysteme und bildete Technische Informatiker aus. Er forschte zu Planungstheorie, allgemeiner Technologie und Technikfolgenabschätzung. Er veröffentlichte vier Monographien und hunderte von Artikeln. Seit Jahren profitieren die Berliner NDS-Gesprächskreise von seinen sachkundigen und differenzierten Diskussionsbeiträgen!

Beiträge von Rainer Fischbach zum Thema "Künstliche Intelligenz"

Weitere Beiträge zum Thema "Künstliche Intelligenz"

 

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